Abschied vom Verband - blaue-adler

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Abschied vom Verband

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Alles geht zu Ende
(Ein paar traurige aber auch stolze Worte zum Ende des Geschwaders.)
Am 31.1.2002 ging leider die Erfolgsstory einer militärischen Einheit, nämlich des JaboG 36/JG 72 W zu Ende.
Von derPolitik wurde ein fliegender Verband verab­schiedet, der in der ganzen Luftwaffe einen hohen Stellenwert hatte.
Die Geschichte dieser Erfolgsstory beginnt 1961 in Nörvenich. Von dort erfolgte die Verlegung der F-84 F "Thunderstreak"
nach Hopsten. Sprichwörtlich mit Hammer und Schraubenzieher wurde das Geschwader aufgebaut und der Verteidigung des Westens zur Verfügung gestellt.
1965 erfolgte schon wieder eine Zäsur mit der Umrüstung auf das Waffensystem F-104 "Starfighter". Zugleich wurde Hopsten ein sog. "Strike :verband" innerhalb der Nato. Somit begann die Waffenbeladung mit Atombomben. Dies wurde mit den allergrößten Sicherheitsstandarts und den Amerikanern durchgeführt. Es kam hierbei zu keinerlei Unfällen und Vorkommnissen. Die Soldaten und Zivilbediensteten mußten allerdings enorm hohe Dienstbelastungen in Kauf nehmen. Über Jahre wurde eine 24-Std.-Bereitschaft ein­geführt.
Im Jahre 1974/75 kam dann die Umrüstung auf die Phantom F-4 F. Damit wurde das Geschwader aus der "Strike-rolle" entlassen.
Mit der Umrüstung auf die Phantom wurde die konventionelle Kompo­nente wesentlich erhöht, da die F-4 F bis zu fünfzehn Bomben mit­nehmen konnte. Dieses Waffenbeladekonzept hat das JaboG 36 für die gesamten fliegenden Einsatzverbände erarbeitet. Außerdem konnte das Geschwader bei vielen militärischen Einsatzübungen hervor­ragende Leistungen vorweisen. So wurde bei den taktischen Über­prüfungen durch die Nato mehrfach die Gesamtnote "Exzellent" erreicht. Bei weiteren natoweiten Luftwaffenübungen war der Verband immer vorne bei den Bewertungen.
So haben bei der größten Waffeneinsatzübung der Luftwaffe mit scharfen Waffen "Stählerner Schatten" 1975 in Baumholder die Waffen- und Munitionsspeziallisten trotz der laufenden Umrüstung vom "Starfighter" zur "Phantom" das Geschwader Neuburg/Donau mit einer enormen technischen Zuarbeit unterstützt.
Die logistische Einsatzübung "Glühendes Eisen" 1982 in Jever hat ebenfalls gezeigt, daß der Verband auch alle geforderten Kriterien bestens erfüllen konnte. Ebenfalls hat das JaboG 36 den Aufbau der Tiefflugübungen für die Luftwaffe in Kanada in technischer und fliegerischer Hinsicht durchgeführt. Hierzu wurde auch die Konzep­tion für die größte Wartungshalle der Luftwaffe (Stellplätze für 20 Flugzeuge) erarbeitet. (Baukosten 1985 = 50 Mill. DM).
Auch die menschliche Seite, d.h. die Betreuung der Angehörigen des Geschwaders, kam nie zu kurz. So hat es z.B. als erster Ver­band in der Luftwaffe in Sardinien den Betrieb eines kompletten Erholungscamps zuerst in Solanes, später dann in Calasetta durch­geführt. Zu erwähnen ist zuletzt der bis heute jährlich statt­findende Salvatorabend, der sich allergrößter Beliebtheit erfreut. Der allergrößte Erfolg war aber, daß dieser fliegende Verband nie in einen Krieg "ziehen" mußte und das "Gott sei Dank" ! Zusammenfassenend ist festzustellen, daß all die hohen Anforde­rungen nur erfüllt werden konnten, weil in diesem Geschwader Menschen Dienst taten, die nicht nur gut ausgebildet waren und sind, sondern auch eine außergewöhnlich hohe Motivation hatten und haben (eine gute westfälische Tugend).
Was bleibt nun ?
Nur die Erinnerung an eine erfüllte Vergangenheit.
Wir die Blauen Adler wünschen allen verbleibenden fliegenden Verbände der Luftwaffe Hals und Beinbruch
Hartmut Wehr




 
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